Bildräume

Bildräume | Bildträume – Zwischen Natur und Konstruktion

Inszenerte Fotografien, Video (2026)

Ausgangspunkt

Ausgangspunkt meiner Arbeit „Bildräume | Bildträume — Zwischen Natur und Konstruktion“ sind analog entstandene, inszenierte Fotografien, die ich im Wald der Luxemburgischen Schweiz aufgenommen habe. Sie bilden den visuellen und atmosphärischen Ursprung eines künstlerischen Prozesses, in dem sich äußere Landschaft und innere Vorstellungswelt miteinander verbinden.

Die Fotografien spielen mit symbolischen Motiven wie dem Ei, dem Vogel und dem Wald — archetypischen Bildträgern, die tief in der Kulturgeschichte des Menschen verankert sind.

Durch KI-basierte Transformationen habe ich die Fotografien in ein bewegtes, poetisch-surrealistisches Video überführt, das die ursprüngliche Bildwelt weiterdenkt und transformiert. Die einzelnen Videosequenzen kehren dabei immer wieder zu den analogen Fotografien — und damit symbolisch zum Ursprung — zurück.

Die visuellen Transformationen, Bildfolgen und atmosphärischen Verdichtungen habe ich gezielt gesteuert, in mehreren Arbeitsschritten entwickelt und bewusst gestaltet. Die KI fungiert dabei nicht als autonome Produzentin technischer Bilder, sondern als kreatives Werkzeug innerhalb eines kontrollierten schöpferischen Prozesses.

„Bildräume | Bildträume — Zwischen Natur und Konstruktion ist eine Arbeit zwischen zeitgenössischer Medienkunst und mythologischer Bildsprache und versteht sich als Einladung, vertraute Symbole neu zu lesen. Sie eröffnet einen Erfahrungsraum, in dem Natur nicht erklärt, sondern erlebt wird — als etwas Rätselhaftes, Transformierendes und niemals vollständig Fassbares.

Im Entstehungsprozess wird die KI zur Mitgestalterin eines visuellen Denkraums, in dem sich kollektive Bildtraditionen, Märchenmotive und persönliche Bildarchive überlagern.

Im bewussten künstlerischen Dialog mit der KI wird Vertrautes transformiert und erweitert — zu einer Bildsprache zwischen Realität, Erinnerung, Imagination und Konstruktion. Während die Fotografien einen konkreten Moment, einen physischen Ort und eine reale Zeitlichkeit bewahren, erzeugt das KI-Video fließende Bildzustände, die keiner festen Wirklichkeit mehr verpflichtet sind. Zwischen beiden Medien entsteht ein Spannungsfeld aus Erinnerung, Simulation und Kontrolle.

Der Wald

Im Zentrum der Arbeit steht der Wald als archetypischer Raum des Übergangs, der Verwandlung sowie als psychischer und kultureller Resonanzraum. Seit Jahrhunderten gilt der Wald als Ort der Verwandlung: Schutzraum und Bedrohung zugleich, Heimat des Unbekannten und Verborgenen, Ursprung von Märchen, Ängsten und spirituellen Vorstellungen.

In der europäischen Bildtradition erscheint der Wald als Gegenraum zur Ordnung der Zivilisation — als Ort, an dem sich Identitäten auflösen und neue Wahrheiten erfahrbar werden.

Das Ei

Das (symbolische) Ei bildet ein zentrales Motiv der Fotografien und des Videos. In vielen Kulturen steht es für Ursprung, Potential, Wiedergeburt und das noch Ungesehene. Es verweist auf einen Zustand vor der Form — auf die Möglichkeit von Verwandlung.

Das Ei trägt die Idee eines latenten Lebens in sich, das sich erst im Prozess entfaltet und konkretisiert. In der Arbeit fungiert es als Keimzelle der Transformation — sowohl auf motivischer Ebene als auch im übertragenen Sinne für den Übergang vom analogen Bild zur generativen Bildproduktion.

Der Vogel

Der Vogel symbolisiert traditionell die Bewegung zwischen den Welten: zwischen Erde und Himmel, Körper und Geist, Realität und Vorstellung. Er verkörpert Freiheit, Beobachtung und Übergang.

In der Arbeit erscheint der Vogel nicht nur als Naturmotiv, sondern auch als Vermittlerfigur zwischen den fotografischen Ursprungsbildern und den sich kontinuierlich wandelnden KI-Sequenzen.

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