Kein Fisch

Bei diesen fotografischen Arbeiten kommt das technische Medium „Fotografie“ nicht als möglichst genaues und präzises Aufzeichnungsmittel zum situativen Festhalten ausgewählter Geschehnisse zum Einsatz.

Durch das Experimentieren mit typischen fotografischen Variablen, wie Belichtungszeit, Blende, (manueller) Fokus und Schärfentiefe, Stillstand und Bewegung, Ausschnitt und Farbigkeit sowie unter Einbeziehung der natürlichen und vorhandenen Lichtverhältnisse entstehen Fotografien, die mit den Sehgewohnheiten des Betrachters spielen, ja sogar konkurrieren.

Und so transformieren diese Fotografien die visuelle Wirklichkeit von schlichten Ästen, Blättern, Blüten und Pilzen in eine irrationale, geradezu unwirkliche Realität und bleiben dabei abstrakt. Pflanzen entwickeln eine beinahe zoologische Präsenz. Das Fischmaul ist ein Pilz, die trockne Blüte ist keine Schlange, die schwimmende Ratte ist ein Zweig.

Die Bilder orientieren sich nicht an traditionellen Sehgewohnheiten, wollen kein Erkennen, keine Vertrautheit hervorrufen. Sie laden die Betrachter ein eigene Assoziationen in die Betrachtung zu integrieren.

Die Arbeiten spielen mit dem menschlichen Impuls, Natur ordnen und benennen zu wollen. Im Zentrum steht deshalb die Frage, wie Wahrnehmung funktioniert und wie stark visuelle Ähnlichkeiten unsere Vorstellung von Lebendigem prägen. Die Serie versteht sich als poetische Untersuchung der Verwandtschaft aller organischen Formen.

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